Bürgerhaus

Grundriss

 



Geschichte

Jahr Ereignis
1904 Gemeinde Herringhausen stellt im Amt Erwitte den Antrag für einen Schulneubau am Ort.
1923 Der Antrag der Gemeinde Herringhausen wird aufgegriffen. Eine Regierungskommission überprüft im Monat Juni diesen Jahres den Zustand der alten Küsterschule in Hellinghausen. Dabei stellt sie fest, dass die Schule in Hellinghausen nicht mehr den Ansprüchen gewachsen ist und bewilligt den Schulneubau. Die Gemeinde Hellinghausen stimmt dem Bau einer neuen Volksschule in Herringhausen vorerst nicht zu, da sie die Schule am Ort nicht verlieren möchte Am 24 Juli 1923 tagt der Schulvorstand unter dem Vorsitz des Bürgermeisters aus Geseke, Herr Maurer, Hier wird der Neubau einer zweiklassigen Volksschule in Herringhausen beschlossen. Die Schulkinder (zu Beginn ca. 60) sollen aus der Kaldewei, aus Herringhausen und Hellinghausen kommen
1924 Das Grundstück wird vom Schulverband (Overhagen, Herringhausen, Hellinghausen) erworben
1929 Nach einigen Widerständen aus dem Bereich Hellinghausen wurde im Jahre 1929 der Neubau einer Schule in Herringhausen bewilligt.
1930 Einweihung
1930 1. Lehrer: Herbert Ferber (Direktor)
1935 2. Lehrer: Ferdinand Böhmer (Junglehrer)
1937 Die Gemeinde Bennighausen wird in den Schulverband Herringhausen / Hellinghausen aufgenommen
1938 1. Lehrerin Frl. Reinhold (Junglehrerin)
1945 3. Lehrer Wilfried Ferber (Sohn von H. Ferber)
2. Lehrerin. Frl. Wahle (Junglehrerin)
4. und letzter Lehrer Franz Büssemeier
Die Toiletten werden vom Schulhof in das Badezimmer des Schulhauses verlegt.
1960 Die Schülerzahl steigt, es werden Uberlegungen angestellt, die Schule um einen Klassenraum zu erweitern oder komplett mit einen Neubau in Bennighausen zu beginnen
1967 Wilfried Ferber stirbt
1968 Mit Wirkung vom 29 Februar 1968 wurde mit der Verabschiedung der Verfassungsänderung und der Änderung des "Ersten Gesetzes zur Ordnung des Schulwesens" die Volksschule neu gestaltet. Die Volksschulen wurden in Grund- und Hauptschulen getrennt.
1969 Nach dem Beschluss von 11.8. wurde die Schule im Zuge der Schulreform geschlossen und ein Neubau einer Grundschule in Bennighausen beschlossen
1971 Aufgrund der stark steigenden Schülerzahl wurde die Schule zeitweilig wieder eröffnet, sie diente als Zweitstelle der Grundschule Bennighausen. Das Lehrerhaus wurde nun privat an die Eheleute Stuckenschnieder vermietet.
1973 Endgültige Schließung der Schule in Herringhausen
1974 Ore ehemalige Volksschule als Eigentum der Stadt Lippstadt, wird nun als Bürgerhaus genutzt Die Bewirtschaftung des Gebaudes verbleibt der Gemeinde Herringhausen
1981 Das Lehrerhaus wird von den Eheleuten Stuckenschnieder käuflich erworben
1983 Erster Umbau des Bürgerhauses (Wände)
1987 Zweiter Umbau des Bürgerhauses (Fenster und Heizung)

DAS LEHERHAUS

  • Lehrerhaus hatte zwei Lehrerwohnungen mit jeweils 110 - 112 m² für die Lehrerfamilie (ca. 4 Kinder, Eltern und Großeltern)
  • Der Wohnraum wurde z.T. auch zum Unterrichten genutzt, z.B für Musikstunden am Nachmittag
  • Der 40 m² große Stall für Hühner, Schweine und Rinder diente der Selbstversorgung. Ebenso der Obsthof mit Bienenzucht und 3 Morgen Land, die gegen Einnahmen verpachtet werden konnten.
  • Der Dachboden vom Lehrerhaus und dem Schulgebäude war durchgängig und diente als Abstell- und Lagerraum
  • Der Keller wurde im Krieg als Luftschutzkeller gebraucht

DAS SCHULGEBÄUDE

  • insgesamt 1,5 Hektar Grundstück
  • Zweiklassige Volksschule mit je 45-78 Kindern, für gemischte Jahrgangstufen (4 und 5- 8)
  • Zwei Klassenräume mit jeweils 56 m², einen Lehrmittelraum mit 15 m², ein großer Flur mit Garderobe
  • Ein Bad mit 2 Badewannen, 6 Duschkabinen, die Samstags auch von der gesamten Dorfgemeinschaft genutzt werden konnten
  • Die Toiletten (3 für Mädchen, 2 für Jungen) waren nicht im Schulgebäude, sondern im Stall ausgelagert
  • Geheizt wurde mit Koks vom Lehrerhaus aus
  • Die große Wiese mit Schatten spendenden Bäumen gehört zum Schulhof, ein Schulgarten (heute einKinderspielplatz) liegt hinter dem Schulgebäude
  • Der Schulhof bestand aus rotem Schotter und verfügte über eine Sprunggrube und ein Reck für den Sportunterricht

LEHRER

  • Der Lehrer war gleichzeitig Direktor, Standesbeamte und Bienenzüchter
  • Die Lehrerin unterrichtete vorwiegend die unteren Klassen und die Mädchen, der oberen Klassen in Handarbeit
  • Das Gehalt für die Junglehrer betrug ca. 350 Mark, Dienstwohnung war frei

Baukosten

Baukosten Insgesamt: ca. 76,348 RM
Stastlicher Baubeitrag: ca. 24.918 RM
Staatliche Baubeihilfe: ca. 29.000 RM
Es bleibt für den Schulverband zu zahlen: ca. 22,430 RM


DER KLASSENRAUM

  • Der Raum hatte vier Sprossen - Fenster, deren untere Gläser aus Milchglas bestanden, damit die Kinder vom Geschehen außerhalb der Klassenzimmers nicht abgelenkt wurden. Die Kinder saßen in drei Reihen, nach Geschlecht und Jahrgang getrennt.
  • Die Jungen saßen meistens am Fenster.
  • Zum Klassenzimmer gehörte eine transportable Tafel, eine feste Wandtafel, ein Pult auf einem Podest, einen Wandschrank, ein Waschbecken, ein Kreuz an der Wand, zeitweilig ein Bild von Adolf Hitler, Weltkarten und Banner von Sportveranstaltungen

SCHULWEG

  • Mit 1 bis 2 Kilometer war der Schulweg für 6 - 14 Jahre alte Kinder verhältnismäßig lang
  • Durch das immer wieder kehrende Hochwasser war der Schulweg oft nicht mehr zu begehen

UNTERRICHT

  • Um acht Uhr war Unterrichtsbeginn. Nachdem die Schulglocke zum Unterricht geläutet hatte, mussten sich die Kinder klassenweise (untere Klassen rechts, die oberen Klassen links vom Eingang) in Zweierreihen aufstellen und warten, bis sie von den Lehrer hereingebeten wurden.
  • Im Klassenraum selbst nahmen die Kinder, nach Jahrgangstufen und Geschlecht geordnet, jeweils in Zweierbänken Platz. Diese Bänke sind direkt mit einem Schreibtisch verbunden, verfügten pro Bank über jeweils ein Tintenfaß und hatten eine, zum Sitzenden hin geneigte Schreibfläche.
  • Auf dem Stundenplan standen für die unteren vier Jahrgangstufen: Rechnen, Heimatkunde, Singen, Schreiben, Turn - und Schwimmunterricht und für die vier oberen Jahrgangstufen. Rechnen, Deutsch, Erdkunde, Geschichte, Aufsatz, Rechtschreibung und Raumlehre /Handarbeit. Der Religionsunterricht fand zweimal in der Woche Nachmittags statt. Ebenso wurden Nachmittags Kino, Theater und Feste von der Schule organisiert und durchgeführt. Unterrichtet wurde vorwiegend mit einem Rechenbuch, einem Gesangbuch und der Bibel. Das Züchtigungsrecht war als Disziplinierungsmaßnahme noch „Gang und Gebe"
  • Für Beerdigungen und die Emtezeit wurden die meisten Kinder vom Unterricht freigestellt.
  • Die Schultag war für die unteren Klassen bereits um 11 Uhr. für die oberen Klassen um 13 Uhr beendet. Zeitweilig, besonders in der Kriegsphase, gab es für die Schulkinder eine Schulspeisung




Zeitungsartikel

Patriot 14.03.1930

Jahrelange und schwierige Verhandlungen in der Schulbauangelegenheit sind zu einem erfolgreichen Abschluss gelangt. Nach langer Diskussion ist nun die Genehmigung zu einer zweiklassigen Volksschule erteilt worden und der Bau soll sofort in Angriff genommen werden. Voraussetzung hierfür ist die Bewilligung der Regierungszuschüsse und die Obertragung des Grundstücks, sowie eine Vorausleistung von 10000 RM seitens der Gemeinde.

Patriot 02.12.1930

Die Volksschule wurde sehr feierlich mit einem Gottesdienst, Gebeten, Liedern, einem gemeinsamen Gang zur Schule und yerschiedenen Reden eingeweiht. Unter dem Motto: "Das Alte stürzt, das Neue bricht sich Bahn" äußerten Bürgermeister, Pfarrer, Schulrat und Lehrer Aufgaben der Schule. So sollen Fleiß, Gehorsam und die katholische Religion einen hohen Stellenwert besitzen damit die Kinder für das Leben gerüstet werden.


Zukunft


Nutzung

  • Kinderkarneval
  • Würstesammeln
  • Versammlungen der Schützenbruderschaft, des Fördervereins Herringhausen und des Trägervereins "Alte Schule"

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